Alles ist in BEWEGUNG- Hochsensibel und die Sehnsucht nach Stille ❣️

Lesedauer: 9 Minuten - 13.01.2022 - Kategorie: Grüße aus der Herzensmitte - 3 Kommentare

Liebe Seele,

am letzten Freitag haben wir verschiedene Blickrichtungen ins Neue Jahr gewagt.

Erinnerst du dich noch?
Obwohl es doch erst letzte Woche war, hat sich seitdem viel bewegt.
Ich wage heute die riskante These, dass sich immerzu irgendwo irdgend etwas bewegt.
Keine Stille zu finden, keine Ruhe in Sicht - Hörweite?
 


Kannst du dich noch (ohne zu schummeln) an die einzelnen Blickwinkel erinnern? 

"Blicke glaubend nach oben, mutig nach vorne, liebend zur Seite und dankbar zurück!"

In einer Woche passiert viel, jeden Tag, jede Minute, einfach so.
Und das Meiste sogar, ohne zu fragen, ob es gerade in unsere Leben passt.
Irgend ein Drama oder eine Katastrophe passiert immer entlang unserer Lebenswege. 
Unsere Aufmerksamkeit ist ein teures Gut.
Und klar freue ich mich, wenn du mir hier deine Lesezeit schenkst. Das ist nicht selbstverständlich für mich.
Wenn ich dann am Freitag Mittag auf meinen Handy so einen Status erblicke, also wenn dieser blog mit anderen Hochsensiblen Menschen geteilt wird, freue ich mich von Herzen.
DANKE ❣️



 

Was hat dein Leben in der letzten Woche so alles passiert?
Wann wurde dir so wie mir, schwindelig von dem Tempo der Ereignisse?
Wo hast du dich verwundert gefragt, wer an deiner Uhr gedreht haben könnte?

Heute
möchte ich dir einen Versöhnungsdeal anbieten, denn nach intensiven Recherchen meinerseits habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass es so etwas wie totalen Stillstand nicht zu geben scheint. 
Wie ich zu diesem Statement komme? 

Rein äußerlich betrachtet, befinde ich mich an Tag 19 (neunzehn) meiner häuslichen Quarantäne wegen einer nicht zu unterschätzenden Covid19-Mutante-Omikron-Infektion. Ich empfinde meinen Genesungsverlauf alles andere als mild.
Das mag mit meiner angeborenen Hochsensiblität zu tun haben. Viel eher und auch sehr viel länger an Infektionen und ihren Begleiterscheinungen zu leiden, ist Teil meines bisherigen Lebens.
Das kenne ich schon. Die Frage nach dem "Warum leiden wir Sensiblen anscheinend mehr und tiefer als andere ?"
ist müßig und führt meines Erachtens zu noch mehr Kopfschmerzen und Leid.
Es ist wie es ist.

Es geht mir (gefühlt) stündlich etwas besser, obwohl ich immer noch mit einigen hartnäckigen Symptomen zu kämpfen habe. Dieser kleine Winzling von einem Virus hat mich ganze 456 Stunden, (das sind 27.360 Minuten) meines Lebens gekostet und wird, soweit ich es heute blicken kann, erhebliche Spuren bei mir hinterlassen.

Kategorie: Das ganze Pandemie- Chaos erzähle ich auf jeden Fall all meinen Enkeln, sollte ich dereinst welche haben.
 
Spass beiseite:
Diese Coronainfektion ist ein tief einschneidendes Erlebnis für mich, ich habe das unterschätzt.
Gleich mehrere Male bin ich in den den letzten Tagen sowohl an meine empotionale (was nicht schwer ist), meine körperliche (wozu schon mehr gehört) und meine mentale Grenze gekommen (das ist schon schon ein Kaliber). 
Warum? 

Hochsensibel zu sein,
bedeutet für mich in längeren Phasen von Schwäche und Erkrankung, von Sorge und Einsamkeit eine unbändige Sehnsucht nach Stille und nach Ruhe zu entwicklen. Tür zu, Decke über den Kopf, ab ins Schneckenhaus.
Es geschieht jedesmal. Immer, wenn mir alles zuviel wird, und ich überreizt bin, sehne ich mich nach einem Waffenstillstand in meinem präfrontalen Cortex** und überhaupt um mich herum. 

 

Nicht nur äußerlich, auch im Inneren wünsche ich mir Stille, Ruhe, Geräuschlosigkeit, Innehalten, Silentium.

Eine kurze Pause von den brennenden Schmerzen in den Gelenken und in den Knochen, endlich Schluss mit dem Grummeln im Magen/Darmtrakt von all den guten Schmerzmitteln, kein Rauschen mehr in den Ohren beim Aufstehen,
weniger Zucken der Augenlieder bei Flüssigkeitsmangel, und viel weniger Rückenschmerzen vom Husten und ein Ende des Knacken in den Nebenhöhlen bei jedem Naseputzen.

Einfach mal Stille und Ruhe.
Vom Pfeifen beim Ausatmen ganz zu schweigen.
Das wäre mein Traum. 
Die Zeit anhalten, mich anhalten.

Da fällt mir eine Liedzeile eines hochsensiblen, leider viel zu früh verstorbenen jungen Künstlers ein: 


"So wake me up, when its all over, when I´m wiser, when I´m older ..." **

"Weck mich auf, wenn alles vorbei ist, wenn ich weiser und älter bin ..."
-  so ungefähr.

 

Und sollte ich mal das große Glück haben, dass mein bewegter Körper ein wenig ruhiger wird, gehts im Aussen los.
Tausend echt schlechte Nachrichten, unnötige und völlig absurde Informationen, rührende Anrufe, freundliche Post, Versorungsanfragen von Freunden, sorgenvolle Erkundigungen von Verwandten und Vorbereitungen für den Alltag nach der Quarantäne sind zu treffen, laute Musik im Obergeschoss, ein Bagger vor der Haustür ...
Hilfe !

Welchen Tag haben wir eigentlich heute?
Wie spät ist es? Was ist wichtig und was ist dringend zu beachten?

Meine Frage:
Kommt dir das irgendwie bekannt vor? 

Ganz ohne mein persönliches Passwort oder meine ausdrückliche Erlaubnis dreht die Welt sich einfach weiter
und scheint dies immer schneller zu tun. 
Einfach so, ohne mich zu fragen.
Frechheit !

 

Ich sehne mich nach Ruhe und nach Stillstand.
Am liebsten würde ich mich freundlich, aber bestimmt in den Winterschlaf verabschieden und dich am ersten Freitag im April 2022, natürlich ausgeschlafen, gesund, schlank und topfit wieder hier begrüßen. Genug Stoff zum Lesen hättest du allemal. Immerzu und jeden Tag postet, veröffentlicht oder schreibt jemand Kluges etwas über alle möglichen und unmöglichen Lebensthemen.
Seien wir mal ehrlich: vielleicht hättest du mich bis April schon längst vergessen.
Vielleicht auch nicht. 



Der Umgang mit all den Informationen und all dem Wissen, auf das wir pausenlos zugreifen können -
macht es uns tatsächlich weiser, gnädiger, klüger und liebevoller? 
Gute Frage! Nächste Frage:
Warum sehnen wir Hochsensiblen uns oft so sehr einfach mal in die Stille und Ruhe abzutauchen?
Warum ist mein Gehirn quasi im Dauereinsatz um immerzu zu denken, denken, denken?
Vorwärts, rückwärts, seitwärts, ran, raus, und dann wieder von vorne. 

Fragst du dich manchmal auch, ob einfach alles immer in BEWEGUNG zu sein scheint?
Und ob diese Idee von seliger Ruhe und himmlischen Frieden eine Utopie oder Illusion sind?

Nun, ich habe da zwei Nachrichten für dich,
du liebe und wundervolle hochsensible Seele:

 

Nachricht 1:

Alles ist in Bewegung, selbst wenn du gerade auf deinem Sofa sitzt und diese Zeilen mit oder ohne Lesebrille liest.
In deiner Innenwelt bewegen sich scheinbar unbemerkt hunderte von Muskeln, Sehnen, Flimmerhärchen, Venenklappen, Augenlider, Darmzotten, etc. ...

Es lohnt sich wirklich, sich mit dem Wunderwerk allen Lebendigen zu beschäftigen.

Du wirst staunen.
Keine Ruhe oder Stillstand in Sicht. Selbst wenn unser Herz stillsteht geht es innerhalb unserer Hülle munter weiter.
Kein Witz!

 

Nachricht 2:

Alles ist in Bewegung, selbst wenn du gerade auf deinem Sofa sitzt und diese Zeilen mit oder ohne Lesebrille liest.
In deiner Aussenwelt geschieht jetzt in dieser Millisekunde scheinbar unbemerkt nahezu Ungeheuerliches.

Nach den nächsten Zeilen wirst du nicht mehr daran zweifeln, dass es hier auf der Erde in diesem Leben keinen Stillstand geben kann. Denn wir bewegen uns trotz Sofalage mit zwei Millionen km/h vom vorwärts.
Verantwortlich für dieses Tempo ist unsere Erdrotation, die Umlaufbahn der Erde um die Sonne, die Kreisbewegung der Milchstraße und die Anziehungskraft entfernter Galaxienhaufen.

Die Rotation unseres Planeten verwandelt dein und mein Sofa in ein rasendes Vehikel.
Raumschiff Erde sozusagen.

Steht dein Sofa in der Nähe des Äquators, drehst du dich darauf mit etwa 464 Metern pro Sekunde (1670 km/h) um unsere Erdachse.
In den mittleren Breitengraden, zum Beispiel hier in Ostfriesland, ist es etwas langsamer, so erreichen wir allein durch die Erdrotation ungefähr die Geschwindigkeit eines Passagierflugzeugs.
Auf dem Sofa - jede Sekunde an jedem Tag und auch in der Nacht. 

Ist dir schon schwindelig? Dann lies mal das hier:

Mit durchschnittlich knapp 30 Kilometern pro Sekunde (108 000 km/h) umkreist unser Planet im Laufe eines Jahreszyklus die Sonne. Und als ob das nicht schon schwindelerrend genug wäre, nein: da sich die Erde auf einer elliptischen Umlaufbahn befindet, schwankt die Entfernung zwischen Erde und Sonne im Jahresverlauf – und damit auch die Geschwindigkeit.
Und das ist längst nicht alles, was der rasende Planet uns zu bieten hat, denn das ganze Sonnensystem mitsamt der Erde und allen anderen Planeten umkreist ja auch noch das Zentrum der Milchstraße.
Eine volle Umrundung dauert etwa 240 Millionen Jahre.

Mit weiteren verstörenden Details verschone ich dich an dieser Stelle, nur soviel noch:
Als ich noch etwas über Gravitationskräfte und kosmische Mega-Objekte gelesen habe, sich ständig verändernde Richtungen und Geschwindigkeiten, wurde mir klar, dass sich mein und, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, auch dein Sofa in einem rasenden Tempo durch das All bewegen.
Unaufhaltsam schnellen wir durch Unendliche Weiten.

Du und ich, liebe Seele, genau wie Milliarden anderer Wesen auf Planet Erde werden sich niemals wieder an demselben  Ort aufhalten, an dem wir waren, als du den Anfang dieses blogs gelesen hast.
Die Sache mit den Blickrichtungen, weißt du noch? 

Und auch auf die Gefahr hin, dich jetzt völlig zu irritieren: 
Sollte ich diesen furchtbaren Infekt (und es sieht ganz danach aus) überleben und mit etwas Glück und Segen vielleicht sogar 80 Jahre alt werden, hätte ich, auf meinem Sofa liegend oder sitzend bei einer angenommenen Reisegeschwindigkeit von 2 Millionen km/h etwa 1,4 Billionen, Kilometer zurück gelegt.
Das sind etwa 0,15 Lichtjahre.

Ich glaube, das Ding mit der Ruhe und dem Stillstand können wir getrost vergessen, oder? ****

Heute
wollte ich dir einen Versöhnungsdeal anbieten, denn nach intensiven Recherchen meinerseits habe ich die Erkenntnis gewonnen, dass es so etwas wie Stillstand nicht zu geben scheint. 
Wie ich zu diesem Statement gekommen bin?
Du hast es gelesen. 
 

So bleibt mir nur noch eins :

Ich wünsche dir von ganzem Herzen
ein bewegtes Wochenende, verbunden
mit der hochsensiblen Gewissheit:

Alles ist in Bewegung!

❣️Deine Gerda❣️

Immer offen und sehr interessiert an deinen ganz persönlichen Ruhe und Stilleerfahrungen freue ich mich auf deine Kommentare, Nachrichten oder und Gedanken, egal ob du auf dem Sofa, dem Fahrrad, dem Pferd oder sonstwo sitzt, stehst oder liegst. Lass von dir lesen, solange wir körperlich noch in BEWEGUNG sind. 

Ach, und was meine Seele betrifft : da bekam ich in diesen Tagen eine liebevolle Erinnerung einer guten Freudin zugesandt: Zu finden im Buch der Bücher, bei Jesaja 32:
 

"Und das Recht wird in der Wüste wohnen
und Gerechtigkeit im fruchtbaren Lande.
Und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein
und der Ertrag der Gerechtigkeit
wird Ruhe und Frieden sein auf ewig,
dass mein Volk in friedlichen Auen wohnen wird,
in sicheren Wohnungen und sorgloser Ruhe
."
 

 

Und nächste Woche?

Weiter in der Jahresreihe BEWEGUNG 

B E W E G U N G

Ein häufig, destruktiv im Unbewussten blockierender Glaubenssatz im Leben von hochsensiblen Menschen ist dieser:
Ich bin nicht _____ GENUG !  (stark, belastbar, klug, schlank, ordentlich, …)


Eine uralte Weisheit neu betrachtet.
Wer sprach mal mit dem Dickhäuter? 

 

Anmerkungen: 

Der präfrontale Cortex empfängt sensorische Signale und steht in korrelativem Zusammenhang mit der Integration
von Gedächtnisinhalten und emotionalen Bewertungen. Auf dieser Basis besteht weiterführend ein korrelatives Verhältnis zwischen präfrontaler Hirnaktivität und der Handlungsfähigkeit.
Die Funktionen und Prozesse präfrontaler Hirnstrukturen werden als notwendige Bedingungen für eine situationsangemessene Handlungssteuerung und der Regulation emotionaler Prozesse angesehen.
Quelle: Wikipedia

** Aviccii 
Wake me up 2013

*** Quelle für Erdgeschwindigkeit 
z.B. www.erdrotation.de 

Die Bilder wurden bei www.pixabay.com gefunden und auf meinem Handy 

 

 

Kommentare
ANNE
Am 14.01.2022 um 08:20 Uhr
Vielen lieben Dank Gerda.
Du hast uns heute mal ganz deutlich gemacht, warum unsere Welt so rasend ist.
Und das Schlimme: wir können nichts daran ändern!!
Wollen wir überhaupt etwas daran ändern????
Jeder sollte für sich soviel ändern wie es gebraucht wird.
Somit wünsche ich dir und allen anderen ein geruhsame Wochenende!
Gerda am 19.01.2022 um 17:27 Uhr

Liebe Anne, Deine Frage nach dem „Wollen“ hat mich ganz schön nachdenklich gemacht. Da ist wirklich jede Seele selbst gefragt und da sollte uns auch niemand reinreden, wenn wir einfach alles so lassen wollen wie es ist. Solange alle zufrieden sind. Von Herzen liebe Grüße ❣️Gerda❣️

Elfriede
Am 14.01.2022 um 09:01 Uhr
Liebe Gerda, du hast es auf den Punkt gebracht. Was kann ich da noch hinzufügen 🤔
Wir sind Energie in Bewegung.
Liebe Grüße Elfriede
Gute Besserung und allen ein bewegendes Wochenende in Stille /nicht Stille 🙏
Gerda am 19.01.2022 um 17:30 Uhr

Liebe Elfriede❣️ Wir sind Energie in Bewegung!! Im Lichte dieses Statements werden meine körperlichen Mäckchen sogar etwas kleiner. Danke für die Erinnerung. Bis bald, meine Liebe❣️

Lauretta
Am 14.01.2022 um 15:06 Uhr
Liebe Gerda, ich habe eine Freundin, die an einem, für mich, besonderen Ort lebt.
Es war mir nicht so bewusst, was alles an diesem Ort so besonders ist, bis mir ganz plötzlich auffiel, das es dort überdurchschnittlich ruhig ist. Keine Straße, kein Spannungsmast, kein Windrad, nur mein Atem und ich, wenn kein Wind weht...
Was liebe ich diesen Ort ❤️🙏❤️
Dir weiterhin gute Genesung und einen ❤️ lichen Gruß
Gerda am 19.01.2022 um 17:35 Uhr

Liebe Lauretta❣️ Solche Kraftorte gibt es. Und wie wundervoll, dass eine Freundin von dir dort wohnt. Ich glaube, dass haben viele hochsensible Wesen gemeinsam: eine tiefe Sehnsucht nach Ruhe und Stille. Wer weiß, vielleicht finden wir unseren Kraftort noch gemeinsam in diesem Leben?! Wer weiß? Alles Liebe, und danke für die Genesungswünsche. Sie sind am Wirken. ❣️Gerda❣️

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