Macht es Sinn, sich als hochsensibles Wesen zu outen? ❣️ Was denkst du?❣️

Lesedauer: 6 Minuten - 05.02.2021 - Kategorie: Grüße aus der Herzensmitte - 13 Kommentare

Du wunderbare Seele !
Heute möchte ich mit dir
darüber nachdenken,
ob es Sinn macht, sich als
hochsensibel/hochsensitiv
zu outen.



 

Hochsensibel zu sein, bedeutet für mich, zu lernen und abzuwägen mit wem ich welche Gespräche führe und wann ich mein Inneres preisgebe.
Zu wissen, dass nichts verloren geht, egal welche neue Erkenntnis, welche Wahrheit oder welche Sensationen sich mir gerade zeigen.
Nicht jeder Mitmensch ist in der Lage meinen komplexen Gedanken zu folgen oder hat Verständnis für meine Art die Dinge des Lebens zu betrachten.
Das muss auch gar nicht sein, oder doch?



Hochsensibilität
hat viele Erscheinungsformen.
Manche von uns haben ausgeprägte Sinnesorgane, andere verfügen über eine grandiose Intuition, wieder andere sind mit der Gabe der Kreativität gesegnet oder nennen ein brillantes Gedächtnis ihr eigen.
Eins ist klar, so verschieden wie wir als Individuen sind, so unterschiedlicher sind auch unsere Spezieleffekte, die auf die genetisch veranlagte hohe und tiefe Wahnehmungsdichte zurückzuführen sind.

Ich bin in den letzten Jahren mit vielen hochsensiblen, aber auch hypersentimentalen Menschen in Berührung gekommen.
Eins eint uns. Wir wissen in der Tiefe, dass wir anders sind, wie der Großteil unserer Gesamtbevölkerung, feiner getunt, weicher, und ... irgendwie anders.

In einem Gespräch in dieser Woche stand die Frage im Raum, ob es überhaupt Sinn macht, sich vor allen als die Hochsensible, der Hochsensibler zu outen?
Verbunden war diese Frage mit sehr viel Schmerz, Anspannung und Angst, wieder in eine Schublade mit der Aufschrift  „Schwäche oder Makel“ gesteckt zu werden.

Eine berechtigte und ernstzunehmende Angst, gerade wenn wir unser ganzes bisheriges Leben bitterlich versucht haben uns dem Rest anzupassen, mitzuhalten und so zu sein, wie scheinbar der normal emotional veranlagte Mensch.
Das kostet Kraft und viel Energie, und ist, sofern du hochsensibel geboren wurdest, auch völlig sinnlos, denn du kannst nichts für die Zusammenstellung deines neuralen Netzwerkes in deinem wunderschönen Gehirn. Jede Anstrengung so sein zu wollen, wie alle anderen wird über kurz oder lang mit körperlichen Symptomen und einem emotionalen Zusammenbruch enden. So war es bei mir.

Bis aus der vermeintlichen Schwäche eine echte Stärke geworden ist , gibt es immer wieder solche Phasen des Zweifelns und des Haderns mit deinem Schicksal.

Deine Gaben und Stärken werden erst dann sichtbar und zum Wohle aller in Erscheinung treten, wenn du lernst zu Dir zu stehen, wie ein Freund, wie eine Freundin, die Dich genau so liebt, wie du bist.
Das ist nicht selten ein langer Weg.

Einen jungen Mann, den ich ein paar Stationen auf seinem Heilungsweg begleiten durfte, was mir eine echte Ehre ist, möchte ich dir heute vorstellen.

Mein Freund Martin besitzt die Gabe, ein Auge für wundervolle Augenblicke zu haben, die er fotographisch festhält und mit anderen teilt. Er hat ein Gefühl für Farben und Formen, für Harmonie und..

Während ich diesen Beitrag schrieb, piepte mein Handy und ich konnte mich mal wieder von der Schönheit unserer Heimat überzeugen und wäre fast nicht zum Weiterschreiben gekommen, weil diese Entenfamilie und diese strahlende Wintersonne mich in ihren Bann und ihre Schönheit gesogen haben.

Alle Bilder aus dem heutigen Blog stammen also von Martin, hochsensibel und hochbegabt, wie ich finde.



 

Ich hatte schon lange den Wunsch, diese Plattform für Gäste zu öffnen, und heute kam zufällig diese tolle Zusammenarbeit zustande, völlig mühelos.

Doch nun zurück zu meiner Anfangsfrage:

Macht es wirklich Sinn, sich als hochsensibles Wesen zu outen?

Im Laufe der vergangen 10 Jahre habe ich viele Informationen und enormes Wissen über Sensitivität und Empathie zusammen getragen.
Meine Liste für weitere Blogbeiträge ist lang, und obwohl es sich meistens um unsere Lebensthemen wie Überreitzung, Erschöpfung, Überlastung, Selbstliebe und Selbstfürsorge handelt, wird doch immer eine andere feine Nuance betrachtet werden.

So hatte ich mir für heute das nicht ganz so geschmeidige Thema:
Macht es Sinn , sich als hochsensible Persönlichkeit zu outen ? vorgenommen.

Tja und was soll ich schreiben?
Nach stundenlangem Hin und Her, Vor und Zurück bin ich zu
vorläufigen Schluss gekommen, dass ich eigentlich (noch) nicht zu hundert Prozent stimmig dazu etwas schreiben kann.

Klar, könnte ich jetzt eine Liste der 10 Argumente für ein Outing und gleichsam genauso viele Punkte dagegen nennen.
Aber, macht das alles einen Sinn?



Da ich aber nun schon mittendrin im Beitrag bin, fiel mir ein, dass ich doch dich fragen kann, was du darüber denkst oder welche Erfahrungen du mit dem Outen deiner Sensibilität  bisher gemacht hast.

Sollten sich nun hochsensible Menschen outen, oder lieber nicht?

Im Sinne von: Mein Name ist Gerda und ich bin hochsensibel?
Kommt das überall gut an?
Sieht das nicht aus, wie eine Pauschalentschuldigung für Stressanfälligkeit und Schwäche?
Oder will ich mit meinem Persönlichkeitsmerkmal angeben,
mich von den anderen unterscheiden, den weniger Sensiblen?
Versteht das überhaupt irgendjemand ausser den dreien, die ich auf einem You-Tube- Kanal gefunden habe?
Bin ich in der Tiefe überzeugt, dass ich es wirklich bin?
Will ich nicht an meinen Schwächen arbeiten, stelle ich mich an?
Wie reagiert mein Gegenüber, wenn ich mich zu meinem Charakter bekenne?
Brüste ich mich damit, oder schäme ich mich dafür?
Hadere ich mit meinem Schicksal oder bin ich fein mit mir?
Ist meine Art  das Leben zu leben ein Fluch oder ein Segen?
Oder beides?
Was,  wenn mich nach meinem Outing noch weniger Menschen ernst nehmen?
Mich ablehnen oder mich für spuki halten?
Was, wenn sie mir nicht glauben, oder mich auslachen?

Fragen über Fragen ...
Gute und berechtigte, wie ich finde.



In meinem Gedankenpalast wirbeln gerade gefühlte tausend  Ansichten zum Wann, vor Wem und Warum sich jede sichere geheilte und versöhnte hochsensitive Seele unbedingt öffentlich outen sollte.
Einerseits.

Doch anderseits, gerade wenn ich mir meiner Identität noch nicht in der Tiefe sicher bin, kann es auch schlau und weise sein, es erstmal nicht zu erzählen, zumindest nicht denen, die so gar nicht sind wie ich.



Hochsensibel zu sein, bedeutet für mich, zu lernen und abzuwägen mit wem ich welche Gespräche führe und wann ich mein Inneres preisgebe.
Zu wissen, dass nichts verloren geht, egal welche neue Erkenntnis, welche Wahrheit oder welche Sensationen sich mir gerade zeigen.
Nicht jeder Mitmensch ist in der Lage meinen komplexen Gedanken zu folgen.
Das muss auch gar nicht sein.
Oder doch?

Bei denen, die mich verstehen und so sind wie ich, sollte ich sein dürfen, wie ich bin und mit meinen Fragen ernst genommen werden.
Um diese zu finden und in den Ausstausch zu kommen, habe ich vor fast zwei Jahren diesen Blog ins Leben gerufen und damit auch der einen oder anderen Seele auf ihrem Weg zum Outing begleitet.
Ich könnte mir nichts Schöneres und Erfüllenderes vorstellen.



Du liebe und einzigartige
wunderschöne hochsensible Seele,


ich wünsche dir ein herrliches Winter-
Wochenende mit ein wenig Zeit
um dir ganz persönlich
die Frage zu stellen,
ob es für dich Sinn
macht, dich als hochsensibel
zu outen, und vielleicht deine Erkenntnis
hier mit uns zu teilen.

Und natürlich viel Freude und Staunen beim Ansehen weiterer Bilder von dem jungen begabten Fotokünstler.
Martin Bohlen  



❣️Deine Gerda❣️

Wenn du gerne über deine eigenen Sensibilität sprechen möchtest, oder Unterstützung beim sensiblen Thema Outing benötigst, bin ich für dich da. Als eine, die sich mehrmals geoutet hat und über eine gewisse Grundlagenkenntnis verfügt.

Alles Liebe, Mut und Freundlichkeit zu Dir.

Hast du Themenwünsche, Anregungen und Ideen, was hochsensible Menschen in diesen Tagen bewegt, oder welche Fragen sie haben?
Ich würde mich sehr über dein Feedback oder deine Resonanz freuen.

Wenn dieser oder ein anderer Blog dir persönlich weitergeholfen hat, darfst du ihn selbstverständlich auch gerne teilen, was gerade letzte Woche beim „Steh auf“- blog bis weit über Deutschlands Grenzen  geschehen ist.
Das erfüllt mich mit großer Freude und Demut.

Du liest von mir!

Kommentare
Hannelore
Am 05.02.2021 um 11:22 Uhr
Liebe Gerda,
ich persönlich benötige kein Wochenende um mir Gedanken zu dem
Thema zu machen.
Bei mir ist es so, dass ich spüre , ob mein Gegenüber hochsensibel ist, und dann schneide ich das Thema auch an. Man spürt, dass dieses Mehr, Mehr zu dem Thema dann so richtig rüberkommt. Nach dem Motto: erzähle mir mehr. Daraus entstehen wunderbare
Gespräche. Ich habe aber auch schon direkt gesagt : ich bin hochsensibel. Wer es dann nicht versteht oder lustig findet, soll es doch. Man muss mich nicht mögen!!!
Dir und Deinen Lieben ein entspanntes Wochenende!
Leo Hagl
Am 05.02.2021 um 11:27 Uhr
Liebe Gerda, ich verlasse mich was ein Outing meinem Gegenüber abgeht auf mein Bauchgefühl, das mich diesbezüglich noch nicht getäuscht hat. Manchmal habe ich das Bedürfnis einen Menschen den ich erstmals sehe auf das Thema Hochsensibilität anzusprechen, andererseits halte ich mich bei manch einem der meinen Weg schon länger begleitet diesbezüglich zurück. Allerdings sind viele Menschen die heute gemeinsam in meinem Zug des Lebens mitfahren hochsensibel und es gibt nur sehr wenige mit denen ich nicht offen reden kann.
Sehr schöne Bilder von Martin!
Liebe Grüße Leo
Lauretta
Am 05.02.2021 um 12:35 Uhr
Liebe Gerda,
meine ganz persönliche Erfahrung mit dem Outing ist einfach nur wunderbar ❣️ ich ziehe, seit dem, überwiegend diese Menschen an ❣️ ganz ohne Mühe, irgendwie von selbst. Und es gibt für mich persönlich, keine bessere Gesprächsbasis, als so einen Gesprächspartner, weil ich dann so sein kann wie ich bin und nicht so viel erklären muss oder in Frage gestellt werde... Anders zu sein, scheint für mein Gegenüber, bei genauerem Hinsehen, offensichtlich, was in meinem Leben schon immer so war. Wozu diese Brotlose Kunst, fragte ich mich viele Jahre meines Daseins? Weil es so ist antwortete das Sosein ❣️
Die Begabungen der einzelnen ist etwas, was mich immer wieder sprachlos macht, danke an Martin ❣️
Ein wunderbares Wochenende und bleibt alle in Eurer Mitte
Gerda
Am 05.02.2021 um 12:43 Uhr
Liebe Caro,
wärst du bereit eine solche Trainerin zu werden?
Es könnte sein, dass wir in Zukunft genau solche gestandenen Frauen und Männer brauchen um denen, die sich gerade erst selber finden zu eine Hilfestellung und Unterstützung zu bieten. Wir haben eine langen Weg hinter uns, und uns Gott sei Dank gefunden, um uns gegenseitig zu stärken.
Und das ist erst der Anfang.
Von Herzen alles Liebe zu Dir❣️
Gerda
Am 05.02.2021 um 12:51 Uhr
Liebe Elfriede,
das sind sehr klare Worte und ich danke dir von Herzen, dass du so mutig bist, den Weg der Liebe zu gehen.
Da kann ich noch viel von dir lernen. Jeder darf so sein wie er ist ! Schönes Wochenende und bis hoffentlich bald❣️
Gerda
Am 05.02.2021 um 12:57 Uhr
Liebe Hannelore,
dieses Gespür für andere Hochsensible zu bekommen, wünschen sich viele von uns.
Und den Mut, seinem Gespür zu trauen auch. Danke für deinen Kommentar und deine unvergleichliche Art diese Mehr unter die Menschen zu bringen. Auch für dich ein schönes Winterwochenende❣️
Gerda
Am 05.02.2021 um 13:02 Uhr
Liebe Leo,
Ich glaube genau darum geht es, um diese Balance, nämlich rauszubekommen, wem ich was wann erzählen kann.
Offen über meine Gefühle und Wahrnehmungen reden zu können, in einer wunderbaren Truppe von Gleichgesinnten hat bei mir auch viel zu einem Selbstverständnis und zu einem gesunden Selbstbewusstsein geführt.
Wie gut, dass wir uns alle gefunden haben.
Liebe Grüße
❣️Gerda❣️
Gerda
Am 05.02.2021 um 13:09 Uhr
Liebe Lauretta,
nicht so viel erklären müssen und einfach so sein dürfen wie wie wir sind.
Was für ein gutes Fundament um seine Gaben zu entdecken und zu entwickeln.
Du bist eine echte Gabenentdeckerin und es ist mir eine Freude, zusammen mit dir und alle den ANDEREN ins Gespräch zu kommen über die Herausforderungen und Aufgaben im Leben hochbegabter und sensitiver Menschen.
Ich bin dabei❣️
DANKE
Caro
Am 05.02.2021 um 15:30 Uhr
Von Herzen sehr gerne ♥️❣️Liebe Gerda
Caro
Am 05.02.2021 um 10:34 Uhr
Liebe Gerda ♥️, ich denke, wenn man sich gefestigt genug fühlt , sich seiner selbst bewusst geworden ist, sich selbst genug liebt, anerkennt und wertschätzt ist man stark genug sich zu outen und evtl. auch mal komplett abgelehnt oder verspottet zu werden. Das bedarf vielleicht eines Trainings .
Alles liebe und 10000 Dank für deinen bereichernden Blog ❣️
Sabine
Am 06.02.2021 um 12:01 Uhr
Liebe Gerda,
deine Worte berühren mich sehr. In der heutigen Zeit ist es, meiner Meinung nach, das Allerwichtigste sich selbst zu erkennen und wertzuschätzen. Authentizität ist gelebte Liebe, sich selbst gegenüber!
Es kann sehr wohl ein schwieriger, langer Weg sein... erstens, sich selbst so anzunehmen wie man ist und zweitens es auch ehrlich zu kommunizieren. Aber ich bin überzeugt, daß es am Ende alle Mühe wert ist! Denn nur so können sich all unsere wundervollen Gaben und Eigenschaften voll entwickeln. Jeder sollte versuchen auf sein Herz und seinen Bauch zu hören und wird dann erkennen, wem er sich wann und wie anvertrauen und öffnen kann.
Aus meiner Erfahrung kann ich nur jedem Mut zusprechen zu sich zu stehen... denn Mut wird immer belohnt... und kann dich im Leben soooo viel weiter bringen.
Elfriede Ringering
Am 05.02.2021 um 11:07 Uhr
Jeder darf so sein, wie er ist. Und sollte man sich outen, in irgendeiner Form auch immer, und der Gegenüber versteht dich nicht, ist er nicht der Richtige für mich. Kann ich dem Jenigen nicht aus dem Wege gehen, warum auch immer, dann begegne ich ihn mit Liebe. Er kann ja nichts dafür, das er/sie so ist.
Und sonst hat dieser in meinem Leben nichts verloren. Es sei denn, er merkt es selbst und versucht sich zu ändern.
Liebe Grüße Elfriede und ein schönes Wochenende ☀️
Gerda
Am 06.02.2021 um 14:42 Uhr
Liebe Sabine, danke für diese Ermutigung! Mut ist , so beobachte ich es in den letzten Tagen, eine echte Eigenschaft von feinsinnigen Menschen ❣️
Du bist mir da ein echtes Vorbild, liebe Sabine ❣️
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