Selbstliebe als Lebensaufgabe für Hochsensible❣️

Lesedauer: 8 Minuten - 16.09.2021 - Kategorie: Grüße aus der Herzensmitte - 2 Kommentare

Du liebe Seele,
die dickköpfige Rostmotte von letzten Freitag schwirrt wahrscheinlich noch irgendwo umher, weil sie eine dickköpfige Rostmotte ist, und das zu ihrem Leben dazugehört. Vielleicht hat sie auch eine nette noch dickköpfigere  Rostmottenparter*in  gefunden und sie schwirren gemeinsam durch die Nächte ...
Am Ende treffen sie noch auf unser Glühwürmchen, wer weiß?





 

Hochsensibel zu sein, und sich selber zu lieben ist eine lebenslange Challenge, weil wir oft an uns zweifeln, und
So manchen Charakterzug  an uns ganz und gar nicht liebenswert finden, oder wir es uns einfach nicht wert sind, uns um uns zu kümmern.
Manche glauben auch nicht, dass Selbstliebe etwas ganz anderes als Egoismus oder Egozenrik ist. Und egoistisch zu sein, widerstrebt uns. 


Heute möchte ich mit dir vier Stufen zur Selbstliebe erklimmen. Vielleicht können wir von dort oben auch ein wenig umherschwirren. Von oben sieht so manches Drama oder Chaos ganz anders aus.
Wie sehr brauchen wir gerade jetzt klare und geheilte, leuchtende, stärkende hochsensible Menschen, die in der Lage sind, scheinbare Tohuwabohus mit einem gesunden und liebenden Blick aus der Höhe zu betrachten.
Diese hat es immer gegeben. Zu allen Zeiten und in allen Krisen.
Doch dazu später einmal mehr. 

 


 

Nun zum Thema der Woche! 
Wie geht es dir, bei dem Wort Selbstliebe?
Welche Gefühle löst es in dir aus?
Ist dir mulmig bei dem Gedanken, dass es für uns als sensible Wesen überlebenswichtig, gut für uns zu sorgen?

Selbstliebe,

bezeichnet im Allgemeinen die
allumfassende Annahme seiner selbst in Form einer uneingeschränkten Liebe zu sich".
Der Begriff ist sinnverwandt mit Wörtern wie:

"Selbstannahme, Selbstachtung, Selbstzuwendung, Selbstvertrauen, Selbstwert und Selbstbewusstsein“
Gabz schön viel "selbst", magst du dir gerade denken. Aber nur, wenn es uns selbst gut geht, wir voller Liebe sind, haben wir Platz für Lösungen, für Kreativität, für Neues und für Andere. 

Uneingeschränkte Liebe zu mir selbst?
Wie soll das gehen?
Bei all den Macken, den Fehlern, den Unzulänglichkeiten, meiner Wut, meinem Groll, der Schuldgefühle und der Scham, die sich aus meiner Vergangenheit immer wieder Bahn ins Heute brechen möchte.
Uneingeschränkt mich zu lieben würde ja bedeuten Frieden zu schliessen mit meinem Anspruch die Frau zu sein, die immer freundlich, zugewandt, gesund, auf dem neusten Stand, und stets entspannt und ausgeglichen daher schreitet.

 


 

Aber was, wenn das alles gar nicht in meinem Leben zu sein scheint? Wenn ich mit meinem Übergewicht kämpfe, oder mit dem Schlaf, der manchmal einfach nicht zu mir kommen will. Meine ungerechten Gedanken zu Themen, von denen ich gar keinen Schimmer habe. Ich fühle mich manchmal ganz und gar nicht liebenswert, und schon überhaupt nicht uneingeschränkt. 

Ganz klar, zum Thema Selbstliebe kann ich noch einiges lernen. 
Welche Tipps kannst du uns zu dieser Lebensaufgabe geben?

Vielleicht können uns die folgenden vier Stufen zur Selbstliebe ein wenig helfen.

Die 4 Stufen zur Selbstliebe

Die erste Stufe ist die Stufe der Selbsterkenntnis

Hochsensible auf dieser Ebene fangen langsam, aber sicher wieder an, zu sich selber zu finden und sich zu spüren.
Sie erkennen, dass sie weit über ihre körperlichen und seelischen Grenzen gegangen sind, und sich wenig Zeit für sich und ihre Bedürfnisse genommen haben. Ihre Werte und ihre Wahrheit wurden missachtet.
Zum Erkennen, wie es um unsere Selbsterkenntnis habe ich einige Fragen formuliert, die ich mir an Tagen auf dieser Stufe immer mal wieder stelle, bis ich Klarheit habe, warum ich mich so ungeliebt fühle und mich auch so benehme.
Ehrliche Fragen an mich sind hier beispielsweise:

  • Wie geht es mir heute eigentlich?
  • Wie fühle ich mich? 
  • Wo in meinem Körper spannt es oder tut etwas weh?  
  • Wie ausgeglichen bin ich?
  • Worüber mache ich mir Sorgen? 
  • Warum bin so traurig, wütend, aufgebracht, wertend, verurteilend und neidisch heute?
  • Was erkenne ich heute, was mich hindert, mich zu lieben und andere zu mögenn?

 



Ist diese erste und für mich schwerste Stufe erklommen, lädt dein Leben dich auf die Tanzfläche ein. Denn die zweite Stufe auf dem Weg zur Selbstliebe ist eine alte und gute Bekannte von jedem von uns:
ich schreibe hier von Selbstakzeptanz.
Empfindsame Wesen, die hier auf dieser Stufe tanzen, stellen nicht nur ganz nüchtern und rational fest, dass es eben so ist, wie es gerade ist, nein, sie trauen sich auch zu fragen, wie es weitergehen kann.
So zu tun, als ob alles gut ist und in bester Ordnug ist das Gegenteil von Selbstliebe.
Das ist ein Fall von Bagatell und bringt uns keineswegs weiter. 
Folgende Fragen tanzen mit uns:

  • Was kann ich heute lassen, damit ich wieder zu mir finde?
  • Was kann ich heute für mich tun, damit ich mich wieder etwas mehr mag?
  • Wo kann ich meinen Seelentank wieder auffüllen?
  • Wer kann mich dabei unterstützen und mich wieder aufbauen?
  • Welchen realistischen Plan kann ich machen, um mir Gutes zu tun, mich zu lieben?
  • Wo kann ich ein Warnschild aufstellen, damit ich nicht wieder so erschöpft bin?
  • Was tut mir gut, und was nicht?
  • Von welchen Meinungen, Menschen, Speisen, Orten oder Dingen sollte ich mich trennen?

Keine leichte Stufe.
Aber ich versichere dir, es lohnt sich zu akzeptieren, dass wir es sind, die für uns verantwortlich sind. 
Nur wenn wir selber lernen uns zu lieben, dann ist auch Liebe für andere da. 
Zu akzenptieren, dass wir uns im Moment noch nicht uneingeschränkt lieben können, ist erwachsen und vernünftig.
Und bringt uns ohne Umschweife auf die nächste Stufe.

Die dritte und vorletzte Stufe trägt den wunderbaren Namen: Selbstvertrauen 
Die Sensiblen, die hier anzutreffen sind, haben sich folgende Sätze zu Eigen gemacht. Klar haben sie auch noch Fragen, aber grundsätzlich ist Ruhe in die Liebe zu sich eingekehrt .Neues Vertrauen in die eigene Persönlichkeit hat Einzug gehalten. Auf der dritten Stufe bekommen positive Glaubenssätze plötzlich die Kraft, zu sich zu stehen und sich zumindest zu mögen! Sie heißen unter anderem:

  • ich glaube an mich
  • ich kann etwas 
  • ich entscheide zu meinem Wohl
  • ich weiß, wo meine Grenzen sind
  • ich kenne meinen Körper
  • ich lebe meine Wahrheit
  • ich traue meiner Intuition 
  • für mich ist gesorgt
  • ich mag mich, so wie ich bin
  • ...

Fast geschafft.
Auf Stufe vier angekommen, liebst du dich so wie du bist. Du kennst mittlerweile deine vielen Stärken und Gaben, deine Schwächen sind akzeptiert und integriert. Du bist dir deiner Bedürfnisse bewusst, und versucht sie im Alltag zu befriedigen. Deine Werte sind klar und du lebst was du glaubst. 

Selbstliebe kann auch bedeuten auf der vierten Stufe die Verletzungen der Vergangenheit anzusehen und sich um die Heilung zu kümmern. Diese Anteile zu lieben, die wehtun, die schmerzen und für die wir uns schämen, das ist die hohe Schule, die Masterclass in Sachen Selbstliebe
Und noch ein weiterer Bonus wartet auf dieser letzten Stufe:
Selbstliebe kann auch bedeuten, alle anderen Menschen aus der unbewussten Forderung zu entlassen, uns zu lieben und für unser Glück, unsere Zufriedenheit und unser Seelenheil verantwortlich zu machen.
Genial, oder?

Trotz einiger Fragen, sind hochsensible Menschen, die sich selber lieben nicht nur sehr freundliche Zeitgenossen.
Sie sind gute Zuhörer, reagieren empathisch und entspannt auf eventuelle Meinungsverschiedenheiten.
Sich selbst zu lieben, hat ausserdem den großen Vorteil, dass dein inneres Leuchten nun auch anderen den Weg zu sich zeigen kann. Und das ist eine wahre Freude, mit zu erleben. 
 

Der Mensch, mit dem du die allermeiste Zeit deines Lebens verbringen wirst
- ja klar -
das bist DU!
Du bist kostbar
und es wert geliebt zu werden.
Von innen nach aussen. 

Du wunderbare Seele
ich wünsche dir
von Herzen
ein Wochenende
mit etwas Zeit für
Selbstliebe!

❣️Deine Gerda❣️


 

Was tust oder lässt du ganz persönlich für dich, um dir ganz persönlich deine Liebe zu dir und deinem Leben zu zeigen?
Wie lädst du deine Batterien wieder auf? Wo kommt dein Herz zur Ruhe? Was läßt dein Herz heilen?
Fragen über Fragen!
Heute freue ich mich besonders, wenn du den Mut finden könntest, mir einen Kommentar zum Thema Selbstliebe da zu lassen. Erstens, weil mir jede Rückmeldung kostbar und wertvoll ist und zweitens, weil so andere Hochsensible Leser*innen an deinen Erkenntnissen und Erfahrungen teilhaben können.
Gerade für, die die noch so sehr mit ihrem Persönlichkeitsmerkmal hadern
und sich (noch) nicht trauen, sich selber zu lieben.
Bist du dabei? 

Für diejenigen unter uns, die sich zum Christentum zugehörig fühlen möchte ich am Ende noch erwähnen, dass selbst Jesus gut für sich gesorgt hat . Die innige Verbindung zu seinem Vater im Himmel, die Ausszeiten vor und nach dem Bad in der Menge, das gute Essen, Zeit mit seinen Freunden, und das Leben seiner Berufung haben ihn zu einem der Vorbilder für alle Hochsensiblen auf der Erde zu allen Zeiten gemacht. Auch sein Umgang mit Leid und Not, seine Antworten auf gesellschaftlich relevante Fragen, sein Mitgefühl für die Kranken, seine innere Stärke an Tagen der Drangsalierung. ER war vom Tag seiner Schöpfung so mit wahrer Liebe in ihrer reinsten Essenz erfüllt, dass er sein Leben hingeben konnte, für einen übergeordneten Segen. 
Für ihn war immer klar, dass unser Leben hier nur ein Abglanz ist von dem, woher wir kommen, und wohin wir gehen. 
Sein Innen war sein Aussen! Was für ein Mensch!
Hingabe statt Widerstand! Für etwas zu leben und zu sterben, was von oben gesehen, aus der Rostmotten-Glühwürmchen- Perspektive alles Sinn ergibt, ist mein erklärtes Lebensziel. 
Wie diese übernatürliche Liebe in meinem Leben an Raum gewonnen hat und es immer noch tut, erzähle ich gerne ein anderes Mal. 
 

"Liebe zu anderen setzt innere Stabilität und Selbstachtung voraus !"
Jean-Jacques Rousseau 
Philosoph 
 

Und nächste Woche?
Auf dem Weg zur eigenen Vision! 
Wie Hochsensible in ihre Berufung kommen ... 

Kommentare
Caro
Am 17.09.2021 um 09:45 Uhr
Liebe Gerda 🥰, für mich ist die Selbstliebe ein langer Prozess gewesen und er ist noch nicht ZU ENDE - aber mit jedem Tag geht es mir besser. MICH ERSTMAL ALS WICHTIGSTE PERSON ANZUSEHEN UM DIE ICH MICH KÜMMERN MUSS. Hat mich sehr viel weiter gebracht. Jetzt kann ich auch andere viel besser so stehen lassen wie sie sind🥰❣️ Übung Übung Übung ist das Zauberwort.
Alles liebe für euch ❤️
Gerda am 17.09.2021 um 12:40 Uhr

Liebe Caro, Übung macht uns zu wahren Meister*innen⭐️
Danke, dass du uns darauf so liebevoll hinweist.
Jeden Tag ein wenig Selbstliebe zu üben, ist besser als in den nächsten Burnout zu rennen.
Wie gut, dass wir alle im Prozess sind.
Alles Liebe zu Dir❣️

Lauretta
Am 20.09.2021 um 13:32 Uhr
Liebe Gerda ❣️ gar nicht immer so leicht. Manchmal muß ich direkt überlegen und ganz genau nach- oder in mich reinfühlen, was ich jetzt brauche, um mich besser zu fühlen. Womit ich meinen "Tank" wieder auffüllen kann. Auf jeden Fall ist die Natur für mich ein "Ladegerät". Eine andere Priorität ist es, sich Zeit zu nehmen, für das, was gerade ansteht. Ich habe festgestellt, wenn ich keinen Zeitdruck verspüre und mich voll und ganz auf das gerade zu machende konzentriere, geht es mir mit einer gewissen Freude und auch Leichtigkeit von der Hand. Auch die Sauna ist für mich eine "Tankstelle". Mir etwas gutes zu kochen und zu backen, evtl einen lieben Menschen zum Verzehr einzuladen, auch 🥰 manchmal brauche ich Gesellschaft, machmal die Einsamkeit. Manchmal das Meer manchmal der Wald. Wie auch immer, das Leben ist und bleibt spannend 😍🤩
Gerda am 21.09.2021 um 20:44 Uhr

Liebe Lauretta, deine Tankstellen gleichen den meinen doch enorm. Wie frei wir doch sein können, wenn wir unserem Herzen folgen. Wie auch immer. Das Leben bleibt spannend und wir sind mitten drin. Liebe Grüße und bis bald❣️

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